Jüdisches Halberstadt – Geschichte und Gegenwart entdecken

Wie sah jüdisches Leben in Halberstadt früher aus – und was bedeutet es heute? Diese Frage hat uns bewegt, als wir uns in der von der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e. V. (AGSA) organisierten Exkursion zusammen mit der Freiwilligen-Agentur Halle (Saale) e.V. auf eine besondere Entdeckungsreise begaben. Gemeinsam tauchten wir mit Freiwilligendienstleistenden internationaler Biografie aus Halle und Magdeburg in die Geschichte und Gegenwart jüdischen Lebens in Halberstadt ein.

Im historischen Klaus-Gebäude haben wir die Grundlagen des Judentums kennengelernt und erfahren, warum Halberstadt einst ein wichtiges Zentrum jüdischer Bildung war. Danach waren wir am DenkOrt, wo früher die große Barocksynagoge stand und heute im historischen Mikwenhaus gezeigt wird, wie religiöses Leben im Alltag aussah.

Im Anschluss gingen wir gemeinsam durch das ehemalige jüdische Viertel. Unser Weg führte von der Klaussynagoge über die Peterstreppe zum ältesten jüdischen Friedhof und zur früheren jüdischen Schule Hascharat Zwi. Am Domplatz endete unser Rundgang bei den „Steinen der Erinnerung“, die an die deportierten jüdischen Bürgerinnen und Bürger erinnern.

An diesem Tag wurde Geschichte für uns greifbar. Zwischen alten Mauern und Gassen merkten wir: Erinnerung ist mehr als Wissen – sie verbindet uns mit Menschen, die vor uns hier lebten. Es hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, voneinander zu lernen und Verantwortung für ein vielfältiges Miteinander zu übernehmen.