Lina Khawla

„Durch meinen BFD habe ich herausgefunden, dass ich die Gebärdensprache lernen möchte, um mit hörgeschädigten Kindern zu arbeiten“ erzählt Lina Khawla.

Die gelernte IT-Technikerin und Privatlehrerin aus Syrien ist alleinerziehende Mutter von fünf Kindern. Als sie den C1-Deutschkurs und eine Weiterbildung zur Schulbegleiterin abgeschlossen hatte, bewarb sie sich für einen Freiwilligendienst mit Kindern. Kurz darauf begann ihr Einsatz über das DRK in der Begleitung von Kindern mit Behinderung im Schulalltag.

„Am Anfang war es schwer.“, erinnert sich Lina. „Aber ich konnte mit der Lehrerin und der Erzieherin darüber sprechen und auch das DRK hat mir immer bei Problemen geholfen – auch mir persönlich und meiner Familie“.

In ihrem Einsatz im Lernbehindertenzentrum für Hörgeschädigte, Albert Klotz, begleitete Lina einen gehörlosen Jungen. Mit dem 7-Jährigen lernte sie zusammen die Gebärdensprache. „Das war neu für mich, aber die Mitarbeiterinnen sind sehr hilfsbereit. Sie haben mir Gebärdensprache beigebracht und auch beim Deutsch geholfen. Der Junge kann jetzt seinen Namen und auch Meinen.“, erzählt sie lächelnd. Mit der Zeit hat sie das Kind so gut kennengelernt, dass sie versteht, was er braucht und auch was seine Mutter braucht, für die sie Arabisch übersetzt. Im nächsten Schuljahr wird sie ihn weiterbegleiten, aber an einer anderen Schule.

In ihrer BFD-Zeit sind ihr die Kolleginnen und Kinder alle sehr ans Herz gewachsen. „Die Klasse hat zum Abschied für mich ein Lied gesungen. Ich habe geweint. Sie sind wie eine Familie für mich geworden – ich habe mich dort angenommen gefühlt.“

Es hat ihr so gut gefallen, dass sie den Bundesfreiwilligendienst auch ihrer Freundin und ihrer Tochter weiterempfohlen hat. Sie alle machen jetzt einen BFD an einer Schule über das DRK. „Es ist gut, um neue Erfahrungen zu sammeln und um sich zu finden. Ich weiß jetzt, was ich will.“

Text: Kristin Wicklein, Foto: Marcus-Andreas Mohr